ESL JOP

 

Der Esel Jop ist zu verstehen, als ein Bild für den Künstler, ein Konterfei, mit seinem offenen Blick und seiner großen Sehnsucht. Er weiß das vermeintlich Wesentliche immer auszublenden, um leben zu können, das Zugtier, dem an einer Angel die Möhre vorm Maul herumgeschwenkt wird, die es nie erreichen kann.

Der Esel Jop zieht den Karren und wird als störrisch beschimpft. Er wird gebraucht, doch verstanden nicht. Was sein Belang ist? Das tut nichts zur Sache. Da schreit er herzzerreißend.

 

Eva Jünger, ganz in dieser Tradition, collagiert und zeichnet Bekanntes um zu Neuem. Kleinformatig und filigran entstehen Zusammenhänge, die so nicht gedacht waren. Doch vermehren sie sich, freudig, wie wir da sehen können. Da ist die Möhre, nach der uns verlangt.

 

Lucas Oertel, der größte Esel, malt starkfarbige Figurenbilder, die er durch Schichtung und Verdichtung auflädt. Ihm geht es um das Bild, als ob es eine Relevanz hätte. Form und Farbe im Format lässt Inhalt entstehen. So einfach geht das. Die Unmittelbarkeit seiner Figuren nehmen Kontakt auf zum Betrachter, der hoffentlich auch ein Esel ist.

 

Sylvia Pásztor, mit ihrer freien Linie, ihrer vielseitigsten Zuwendung zum Papier, anverwandelt sich ihre Umgebung, Tier und Mensch und Baum und Haus, zu feinsten Blättern von zarter Tiefe und glücklicher Freiheit. Da sieht die Eselin den Engel.

 

Alle drei kommen aus Dresden, haben dort studiert und arbeiten dort, frei.

 

Lucas Oertel über seine Arbeiten:

 

Ich male mit Öl auf Leinwand, starkfarbig, figurativ, immer bedacht auf den Dialog von Form und Inhalt. Ausgehend von der mich inspirierenden Farbe, verfolge ich unter anderem über die Methode der Schichtung von Strukturen und Tönen eine Formfindung, deren Inhalt immer der Mensch ist.

Bild für Bild entwickle ich mir so eine eigenwillige Stilform des Menschenbildes. Ich versuche, mich meinen gemalten Figuren unbefangen anzuverwandeln und ihnen einen eigenständigen und damit lebendigen Charakter zu entlocken.

 

Wichtig dabei ist für mich die überall enthaltene Ambivalenz, die menschlichen

Schwächen und Stärken, die nie voneinander zu trennen sind (im Inhalt) wie die Harmlosigkeit parallel zur Ernsthaftigkeit (in der Darstellung).

Dabei konzentriere ich mich ganz auf die Malerei und verhandele diese als mein Medium.

 

Sylvia Pásztor befasst sich mit Tieren und Menschen in ihrer eigenen kleinen Welt. Generelle Themen werden so behandelt, dass sie sich im Bild selbst erklären. Die Bildideen der Papierarbeiten werden ausschließlich aus persönlichen Begebenheiten oder beobachtetem Zwischenmenschlichem geschöpft. Tusche, Acrylfarben und Bleistift formulieren die Linie. Die Farbe füllt Räume, Materialien werden ausgereizt und Bedeutungsebenen dabei verschoben. Der Wunsch die Tiere als Zeichen in einer Bildsprache zu verwenden, um diese in ihrer Symbolik zu verrücken oder realistisch nachzuempfinden, begleitet Sylvia Pásztor ständig. Nach einem anfänglichen Bildkonzept durchläuft jede Zeichnung in seinem jeweiligen Arbeitsprozess eine individuelle Entwicklung. Reduktion hilft, das Wesentliche zu sehen und zeichnerisch zu verarbeiten.